Greenland – Sparsame Effekte, großes Drama

Day after Tomorrow, Deep Impact oder Twister. In den letzten zwei Jahrzehnten gab es so einige Katastrophenfilme, dessen Bilder uns im Kopf geblieben sind. Technisch und künstlerisch eine echte Herausforderung, da der Anspruch meist darin liegt, Story und glaubwürdige Darstellung apokalyptischer Szenarien in absoluter Symbiose zu präsentieren. Nach Roland Emmerich, Jan de Bont und einigen anderen versucht sich nun Gerard Butler in diesem Genre. Er ist Protagonist und Produzent zugleich. Der Bauingenieur und Familienvater John Garrity führt ein abgekühltes Verhältnis zu seiner durch ihn betrogenen Frau. In den Nachrichtensendern häufen sich Live-Berichte zu Meteoriten, die in verschiedenen Städten eingeschlagen haben sollen. Eines Tage erhält er eine Alarmbenachrichtigung vom Heimatschutz und soll sich an einen geheim gehaltenen Treffpunkt begeben. Zunächst ist John verunsichert und hält die Benachrichtigung für ein Missverständnis. Doch dann schlägt in weiter Entfernung ein Meteorit ein, dessen Druckwelle sein Haus schwer beschädigt als er und seine Familie sich darin befinden. Es beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit. John muss mit seiner Familie das Haus verlassen und darf nur das Wichtigste mitnehmen. Auf der Flucht wird die Familie durch das Militär und Zivilisten auseinandergerissen. Mehr als um den Auftrag durch den Heimatschutz geht es jetzt darum, Frau und Sohn wiederzufinden und ein in Grönland befindliches Zivilschutzbunker zu erreichen. Der Weg dorthin ist nervenaufreibend dargestellt, distanziert sich jedoch von den klassischen Elementen eines Katastrophenfilms. Wer hier auf bildgewaltige Untergangszenen hofft, wartet vergeblich. Die Effekte sind einfach gehalten und die Produktion ist insgesamt nicht darauf ausgelegt neue Maßstäbe zu setzen wie es einst in Day after Tommorrow gelang. Butler setzt die Kamera in einer halbtotalen verwackelten Weise ein, um den Zuschauer mit der rauen Atmosphäre des Überlebenswillens zu überzeugen. Zeitweise ist es kein Katastrophenfilm mehr, sondern viel mehr ein Familiendrama, in dem sich der Abgrund menschlichen Verhaltens in einer absoluten Endzeitsituation zeigt. Die Story wirkt im dramatischen Chaos etwas zerstreut und bewegt sich zwischen nur teilweise gelungener Katastrophenatmosphäre und emotionalem Tiefgang. Butler ist diese Debüt-Kombi trotz der wackeligen Erzählweise gut gelungen. Das Ergebnis leidet jedoch daran keines der beiden Seiten vollständig entfalten zu können. Ich bewerte den Film somit mit einer 6 von 10.

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