Israel-Boykott ist gesunde moralische Pflicht

Israel-Boykott ist gesunde moralische Pflicht

Halil Celiksoy

Die etablierte Presse überschlägt sich derzeit in ihrer Kritik zum wachsenden Israel-Boykott, der inzwischen globale Züge annimmt und in alle Bereiche der Kultur und Gesellschaft hineinwächst. Mit polemischen Schlagzeilen poltern „Die Welt“ und „Frankfurter Allgemeine“ gegen den inzwischen auch wirtschaftlich bemerkbaren Boykott gegen Israel. Die Kernaussage ist überwiegend, dass der Krieg ja vorbei sei und Menschenrechtsorganisationen ihre Arbeit nun ungehindert ausführen könnten. Nach über 70.000 getöteten Zivilisten durch die IDF, wird der Waffenstillstand durch Israel als nahezu pazifistisches Musterverhalten hoch gelobt. So betitelt die Frankfurter Allgemeine ihre Aufregung über propalästinensische Aktivitäten mit schreienden Lettern „Die Waffen schweigen, die Israelhasser nicht“. Die Ignoranz gegenüber dem leidenden palästinensischen Volk, dessen humanitäre Lage bereits seit dem Anschlag am 7. Oktober keinen Vergleich in der Gegenwart findet, zeigt sich in langen Beiträgen deutscher Medien, die offensichtlich eine Reinwaschung Israels vom Genozid anstreben. Dabei werden Recherchen von Menscherechtsorganisationen und wiederholte kriegsrechtliche Verstöße durch Israel gekonnt ausgeblendet. Boykott in Kunst und Kultur ist plötzlich nicht mehr angesehen und würde der Sache nicht dienen. So zumindest der Tenor, der sich in der Masse kriegverharmlosender Publikationen wahrnehmen lässt. Gegenüber den Absichten einiger Staaten, beim ESC nicht antreten zu wollen, wenn Israel teilnimmt, reagierten deutsche Medien mit Unverständnis und Empörung. In einem Beitrag vom Juni 2025 bezeichnet die Frankfurter Allgemeine den Israel-Boykott gar als „Einladung zum Hass“. Und die Headline eröffnet den Beitrag ebenso radikal mit der Frage “ Wollen sie Israel auslöschen? Wollen sie Frieden?“. Es ist diese deutsche Ramschkiste an rhetorischen Werkzeugen, mit denen Medien arbeiten, um von den Grausamkeiten und der barbarischen Kriegsführung Israels abzulenken. Wie gut, dass tausende Influencer, die in ihrer Reichweite das Machtmonopol öffentlich-rechtlicher Medien gebrochen haben, eine andere und vor allem humanere Sichtweise auf die Realität des Gaza-Kriegs verbreiten. Auch ich gehöre dazu. Denn Israel-Boykott gehört zur gesunden moralischen Pflicht, die die Grundlage vom so oft erwähnten „Mindesten“ darstellt, die getan werden kann, um das israelische Verbrechen zu benennen. Und auch nach der Waffenruhe, werden wir niemals schweigen. Denn was uns vor allem vereint ist die Überzeugung, dass Israel die Vernichtung des palästinensischen Volkes vorgenommen hat.

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